Soldatenbriefe des Ersten Weltkriegs (1914–1918) eröffnen einen historisch bislang eher weniger genutzten Zugang zu Alltag von Offizieren, Unteroffizieren und einfachen Soldaten. Der Trierer Rechtsanwalt hat die Soldatenbrief seines Großvaters Daniel bearbeitet. Die Darstellung der Erfahrungen und die persönliche Entwicklung des Großvaters und dessen Familie sollen dazu beitragen, das Ereignis des Ersten Weltkrieges im kollektiven Bewusstsein wach zu halten und vor dem Vergessen zu schützen.
Daniel Witzel schildert ohne Kriegsbegeisterung oder persönlichen Hass in Briefen und Gedichten seine Erlebnisse als Unteroffizier im Ersten Weltkrieg vom 4. August 1918 bis zum 16. Februar 1920, seiner Entlassung aus französischer Kriegsgefangenschaft. Anfänglichem Pflichtbewusstsein gegenüber König und Reich folgten mit fortschreitendem Kriegsverlauf Ernüchterung und Ablehnung in postheroischer Haltung.
Als Zeitzeuge wuchs in ihm die Überzeugung, dass der Krieg ein großer Schwindel, ein lukratives Geschäft für Wenige und ein katastrophales Unglück gleichermaßen für Deutsche und Franzosen, insbesondere für die Soldaten auf beiden Seiten der Front, war. Glück, persönliche Umsicht sowie psychische und körperliche Fitness ließen ihn aus Krieg und Gefangenschaft heimkehren. Der Rückhalt in seiner Familie, insbesondere seine Frau Therese Witzel und sein Dichten, gaben ihm Kraft.
Vollständige Titelangabe:
Michael Witzel: Daniel Witzel. Erster Weltkrieg und französische Kriegsgefangenschaft. Briefe und Gedichte eines Soldaten 1914 – 1918 – 1920. Trier: Verlag für Geschichte & Kultur 2026,306 S., zahlreiche Farbabbildungen, ISBN: 978–3–945768–44–0, Preis: 28,50 €.





