Der Trierer Oberbürgermeister Wilhelm von Haw (1783–1862)

In einer sehr gut lesbaren politischen Biographie, die auf einer umfangreichen archivalischen Überlieferung basiert, zeichnet die Autorin die Karriere des Trierer Oberbürgermeisters Wilhelm von Haw (1783–1862) nach, der zwei politische Systemwechsel überstand, bevor er das Amt 1818 übernahm. Haw wirkte nicht nur auf der regionalen Ebene, sondern agierte auch als Vertreter in überregionalen Gremien (Rheinischer Provinziallandtag, Preußisches Abgeordnetenhaus). So war er u.a. Mitbegründer der Katholischen Fraktion. Die Stärke der Studie, die in allen Forschungskontexten stets auf dem aktuellen Stand argumentiert, besteht in ihrer Multiperspektivität. Das Amt des Oberbürgermeisters in der preußischen Verwaltungshierarchie wird ebenso wie das familiäre und nachbarschaftliche Umfeld (zu dem der junge Karl Marx gehörte) sowie das Engagement in diversen Vereinen behandelt. Hier eröffnen sich spannende Einblicke in soziale Netzwerke der politischen Kultur des 19. Jahrhunderts. Das Verhältnis zum preußischen Staat schließlich wird von der Selbstwahrnehmung des Protagonisten über diverse Konflikte bis zu seiner
Amtsniederlegung 1839 thematisiert. Die innovative Verknüpfung von Biographie und Strukturgeschichte gelingt der Nachwuchsforscherin vorbildlich, so dass man sich zahlreiche Nachfolgestudien wünscht.

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