Wie kaum eine andere Epoche übt das Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons eine historische Faszination aus: Einerseits ist die globale Tragweite seiner Auswirkungen allseits bekannt, andererseits wissen wir heute vergleichsweise wenig über die Verläufe und Ausprägungen der gewaltigen Umwälzung, die 1789 von Frankreich ausging und bis 1814 auch Trier transformierte. Die Edition beleuchtet anhand 250 thematisch ausgewählter Dokumente ein ebenso bewegtes wie bewegendes Kapitel in der Geschichte der Stadt, die als Kriegsschauplatz und Flüchtlingszentrum die Wirren der Revolution aus nächster Nähe miterlebte, bevor sie zum Verwaltungszentrum im neugegründeten Saardepartement aufstieg. Während viele Bewohner von den politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Neuerungen profitierten, überwogen für andere die vielseitigen Verlusterfahrungen, die mit dem jähen Ende der kurfürstlichen Herrschaft verbunden waren. Auf der Grundlage der wertvollen zweisprachigen Quellenüberlieferung zeichnet das Buch ein facettenreiches Panorama der Moselstadt und ihrer Gesellschaft zu der Zeit, als über dem Hauptmarkt die Trikolore wehte.
Vollständige Titelangabe:
Quellen zur Geschichte der Stadt Trier im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons (1789–1814), hrsg. v. Jort Blazejewski (Publikationen aus dem Stadtarchiv Trier, Bd. 12), Trier: Verlag für Geschichte & Kultur 2024, ISBN: 978–3–945768–42–6, Preis: 59 €.
Rezension:
- Die nun hergestellte Möglichkeit, die Themen quer durch zwei Epochen verfolgen zu können, ist ein besonderer Bonus der Konzeption. Ein Zeitgenosse mit einer damals durchschnittlichen Lebenserwartung (nach der kritischen frühkindlichen Phase) konnte drei Zeitalter und zwei Regimewechsel, gekennzeichnet von Kontinuitäten wie Brüchen erleben. Mit wechselnden Ebenen – ‚von unten‘ und aus individueller Sicht bzw. ‚von oben‘ mit Dokumenten, die den regionalen und überregionalen Zusammenhang zeigen – werden diese Übergänge greifbar gemacht, unabhängig davon, welches Thema herausgenommen oder ob mit einer im Band 4 gewählten Quelle ‚in der Zeit‘ weitergelesen wird. (Thomas Kolnberger (Luxemburg) [Hemecht 77/4, 2025, S. 499])






